Eine Mälzerei für das beliebteste Bier von Mexiko

1845 brachten ein Schweizer und ein Bayer die Bierbraukultur nach Mexiko. Über 170 Jahre später planen und installieren Bühler+Scherler in Zentralmexiko eine Mälzereianlage, in der jährlich 100 000 Tonnen Getreide verarbeitet werden; dies in enger Zusammenarbeit mit Bühler. Dieser spannende Auftrag wurde für die Brauerei der Modelo-Gruppe in Zacatecas ausgeführt. In der Stadt auf über 2400 Meter über Meer wird mitunter das international bekannte Corona-Bier hergestellt.

Keimkasten während Produkteeinlauf, inkl. Eingebaute LED-Beleuchtung in Dachkappe

Bestehende Mälzereilinie. Die neue Linie wurde parallel dazu gebaut

Belüftung der Flachbodenweiche

Luftaufnahme während der Installation, links ist die neue Mälzereilinie und rechts die bestehende Mälzereilinie sichtbar

Rund 4‘400 Arbeitsstunden – von der Projektierung über die Planung bis zur fertigen Montage – wendete Bühler+Scherler auf, bis in der zentralmexikanischen Stadt Zacatecas im Dezember 2018 die neue Mälzerei der Modelo-Gruppe in Betrieb ging. In der Anlage können jährlich 100 000 Tonnen Getreide gewaschen, gekeimt und geröstet werden. Dieses Malz dient der Modelo-Gruppe unter anderem zur Herstellung des «Corona Extra», dem bedeutendsten Bier Mexikos, das in über 150 Ländern vertrieben wird. Insgesamt werden in Mexiko jährlich rund 90 Millionen Hektoliter Bier gebraut. Im Vergleich: 2018 betrug der Schweizer Inlandausstoss 3.66 Mio. Hektoliter.

Extreme Bedingungen

In Zacatecas und dessen Agglomerationen leben rund 300 000 Menschen auf über 2400 Metern über Meer. Während im Winter Temperaturen um den Gefrierpunkt an der Tagesordnung sind, steigt das Thermometer im Sommer gerne auf über 30 Grad Celsius. Diese extremen Bedingungen mussten bei der mechanischen und elektrischen Installation für die «Compania Cerveceria de Zacatecas» miteinbezogen werden. Ausgelegt sind die Mälzerei-Komponenten für rund 1000 m ü. M..

Bei der Planung und Realisierung für die riesige Mälzerei in Zentralmexiko wurden folglich einige Anpassungen von Bühler+Scherler sowie von Bühler vorgenommen. Vor allem der Umgebungsdruck ist in dieser Höhe ein ganz anderer, als bei vergleichbaren mitteleuropäischen Anlagen in weit tieferen Lagen. Spezielle Bedingungen hatte Bühler+Scherler auch bei der Innenbeleuchtungsplanung für die Darre zu berücksichtigen, erreicht doch die Innentemperatur während der Produktetrocknung bis zu 90 Grad Celsius.

Zwei Jahre Arbeit
Insgesamt wurde das Material für ein Röstofen (Batchgrösse: 380 Tonnen gereinigtes Getreide), drei Keimkästen und zwei Flachbodenweichen via Deutschland nach Mexiko verschifft und auf dem Landweg nach Zacatecas transportiert. Der intensiven Vorbereitungsphase – alleine die Planung und Projektleitung schlugen mit 2550 Arbeitsstunden zu Buche – folgte von Mai 2017 bis Dezember 2018 die eigentliche Montage. Vor Ort wurden die Installationsarbeiten durch einen Elektromontageleiter von Bühler+Scherler koordiniert und kontrolliert. Vom Planungsbeginn bis zur Übergabe der Anlage an den Kunden im Dezember 2018 begleitete Bühler+Scherler dieses Projekt rund zwei Jahre.